Rehkitz- und Wildtierrettung Emmendingen e.V.
Ehrenamtlich im Einsatz für unsere Wildtiere im Landkreis 

Warum das Ganze?

Wieso müssen überhaupt Rehkitze und andere Wildtiere aufwändig gesucht und gerettet werden? 

Für dieses Rehkitz kam leider jede Hilfe zu spät.

Weibliche Rehe gebären ihre Kitze zur Tarnung auf Flächen mit hohem Bewuchs. Sehr oft bieten Wiesen im Frühjahr durch das hohe Gras einen optimalen Schutz vor Feinden, wie z.B. dem Fuchs oder Greifvögeln. Um das Kitz nicht zu verraten und um selbst zu äßen, bleibt die Rehgeiß auf Abstand. Jedoch besucht sie das Kitz regelmäßig damit es säugen kann. Das braune Kitz mit seinen weißen Tupfen bleibt ansonsten in seiner Kuhle im hohen Gras ruhig liegen, hat absolut keinen Fluchtreflex und verbreitet fast keinen Eigengeruch - also die perfekte Tarnung!

Ebenso nutzen Vögel, die auf dem Boden und nicht auf Bäumen brüten, die Jahreszeit und legen ihre Eier in ein Nest im hohen Gras. So ist das Gelege, z.B. das der Ente, gut vor Feinden versteckt.

Zeitgleich zum Beginn dieser "Brut- und Setzzeit" beginnen auch die Landwirte damit das hohe Gras der Wiesen zu mähen, um es als Heu einzuholen.

Die modernen Traktoren und Mähwerke sind heutzutage auf den Feldern sehr schnell und sehr effizient unterwegs. Da die Kitze und die Gelege im hohen Gras so gut getarnt und auch viel zu klein sind, um sie vom Traktor aus zu erkennen, wird der Nachwuchs der genannten Wildtiere leider zu Opfern der Mahd.

Wie wurden früher die Kitze gerettet als es noch keine Drohnen gab? 

Natürlich gab es vor der Zeit der Drohnen schon Methoden, um Kitze vor den Mähwerken zu retten. Unter anderem wurde versucht die Rehgeiß zu verscheuchen, indem man z.B. auffällige und laute Kunststoffsäcke an den Feldrändern aufgehängt oder sogar Blinkleuchten und Radios ausgebracht hat. Dies sollte die Geiß dazu zwingen sich mit ihrem Kitz ein anderes Feld zu suchen.

Auch das Durchkämmen der Wiese mit einer Menschenkette bietet eine Option, ist aber wie die erste Methode trotz hohem Aufwand kein sicherer Garant für ein "kitzfreies" Feld.

Moderne Drohnen mit Wärmebildkameras bieten das Potential, in kurzer Zeit große Flächen abzusuchen und gleichzeitig selbst kleine Wärmequellen zu identifizieren. Somit lassen sich nicht nur mehrere Wiesen an einem Morgen vor der Mahd durchsuchen, sondern es können neben den Rehkitzen auch kleinere Wildtiere entdeckt und in Sicherheit gebracht werden. Mehr Informationen zu der Funktion der Drohnen.

Kann man die teuren Drohnen nur für die Kitzrettung einsetzen?

 Selbstverständlich gibt es neben der Rettung von Wildtieren vor der Mahd auch noch eine Reihe andere sinnvoller Einsatzmöglichkeiten der Drohnen.

Ein wichtiger Punkt spielt dabei das Monitoring von Wild: Die Tiere auf überflogenen Flächen können einfacher gezählt werden. Hört sich banal an, jedoch sind solche Informationen äußerst wertvoll für die Forschung, da sie ein wichtiger Indikator für den aktuellen Besatz und damit indirekt für das Wohlergehen des Wildes sind. 

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Feststellung von Wildschaden, z.B. in Maisfeldern, sein: Wenn Wildschweine es sich so richtig schmecken lassen, wird es für den Landwirt und den Jäger nicht lustig. Der Schaden, welcher für den Landwirt entstanden ist, muss kompensiert werden - dafür ist oft der Jäger zuständig. Die Drohne hilft bei der Erfassung und Bewertung des Wildschadens aus der Luft.

Es gibt eine Vielzahl weiterer Einsatzmöglichkeiten - Bewertung von Borkenkäferbefall durch Sichtung toter Baumkronen aus der Luft, Suche nach Kadavern zur Seuchenprävention durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) u.v.m..

 
 
 
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